Von 17. bis 19. März 2006 findet in Wien ein bundesweites Treffen von at.indymedia.org statt. Dabei soll vor allem Raum für Diskussion bestehen und die letzten beiden Jahre in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung reflektiert werden. Alle Interessierten sind eingeladen, sich daran zu beteiligen.
at.indymedia.org ging im Frühjahr 2001 online. Seither ist einiges geschehen und das Projekt hat sich weiterentwickelt. Anfangs ging es vor allem darum, die Infrasturktur - eine funktionierende Website - auf die Beine zu stellen und diese mit Inhalten zu füllen. Doch bald stellte sich heraus, dass es erforderlich ist, die Seite zu moderieren, sprich die Inhalte bezüglich der Grundsätze durchzulesen und Beiträge, die dagegen verstoßen, zu verstecken. In Sinne des
Open Publishing verschwinden diese Beiträge zwar aus dem Newswire (
aktuelle Neuigkeiten), sind aber über die Funktion vesteckte Artikel (
Hidden Articles) weiterhin auffindbar - somit ist gewährleistet, dass Entscheidungen von ModeratorInnen nachvollziehbar und transparent sind.
Ein Problem, das nicht nur bei at.indymedia.org besteht, sondern bei
allen IMC's und Foren im Internet auftritt, sind Postings, die
eigentlich nicht im Sinne des jeweiligen Projektes sind. Deshalb gab
es immer wieder Diskussionen über den Fortbestand von indymedia in/vs
austria. Diese führten im April 2004 zu einem
vorübergehenden
Offline-gehen der Seite und dadurch eine breite Diskussion
einzuräumen, die sich den grundsätzlichen Problemen stellen und einen
Neustartprozess ermöglichen sollte. Als Resultat ging die Seite
am 13. August
2004 wieder online. Es hatten sich zahlreiche Leute gefunden, die
dem Aufruf zur Mitarbeit folgten. Jedoch nicht genügend, um die
Moderation an allen Tagen zu gewährleisten. Und deshalb ist seit damals am Samstag Sperrtag: Es können an diesem Tag keine neuen Beiträge veröffentlicht werden. Trotz dieses Umstandes war
der Neustartprozess angesichts der produktiven Diskussionen, die lokal in mehreren Budesländern und unterschiedlichen Strukturen stattfanden ein Erfolg!
Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und viele der Probleme treten immer wieder auf. Es haben sich noch immer keine Leute gefunden, die die fehlende Samstagsmoderation übernehmen - deshalb ist seither am Samstag Sperrtag. Stattdessen ist das Team der ModerartorInnen wieder kleiner geworden und es wurde sogar darüber nachgedacht, die Open Publishing Funktion an mehreren Tagen zu sperren. Der Aufruf, sich zu beteiligen, bleibt bestehen!
Eine Änderung, die eine Entspannung in den Diskussion unter Artikeln brachte, war die sogenannte Trollkeule, die seit April 2005 unterschiedlich konsequent angewendet wird. Damit sollen Beiträge, die zwar nicht gegen die
Editorial Policy verstoßen, aber inhaltsleer, beleidigen und lediglich auf Provokationen aus sind, versteckt werden. Der Einsatz dieser neuen Bewertung von Beiträgen brachte die gewünschte Entspannung - und es kommt vor allem dann zu Troll-Diskussionen, wenn die Moderation ausfällt ode die Trollkeule nicht konsequent eingesetzt wird.
Am bundeweiten Treffen in Wien soll über die weitere Moderation der Seite diskutiert und geklärt werden, wie weit diese abgedeckt weden kann. Auf Grundlage dieser Reflexion soll dann für die Zukunft eine Entscheidung getroffen werden. Es ist jedenfalls erwünscht, dass auch ehemalige ModeratorInnen zum Treffen kommen - und Leute, die sich künftig an der Moderation beteiligen wollen.
Doch die Mitarbeit bei indymedia beschränkt sich nicht nur auf die Moderation von Beiträgen. Alle haben die Möglichkeit, sich einzubringen und das Projekt so zu bereichern. Angemerkt sei, dass die indyradio Redaktion, die einige Jahre monatlich einstündige Sendungen für verschiedene freie Radios zusammenstellte, schon seit laengerem nicht mehr existiert. Übrig geblieben ist neben dem
Archiv der alten Sendungen ein
Manual zur Erstellungen von Audiofiles, das wir hiermit empfehlen.
Ein weiterer Bereich ist die Mittelspalte von at.indymedia.org, in der die Features erscheinen, die über eine Mailingliste erstellt werden und über die
editorial-Mailingliste koordiniert werden, bei der sich alle eintragen und mitmachen können. Auch hier ist Beteiligung erwünscht, um mehr aktuelle Themen zu featuren. Weitere Informationen dazu und zu anderen Fragen finden sich im
Wie nutze ich diese Seite?
In den letzten Monaten sind einige
Printausgaben entstanden, die verschiedene Inhalte auf Papier brachten. Die indy@papier Ausgaben stehen online als pdf-Files zur Verfügung. Außerdem wird daran gearbeitet, die Vorlagen zur Verfügung zu stellen, damit alle einfach darauf zurückgreifen und eigene Printausgaben erstellen können. Die Printausgaben werden meist mit freier Software erstellt. Angemerkt sei jedoch, dass keineR dazu gezwungen ist, auf die hoffentlich bald zur Verfügung stehenden Vorlagen zurückzugreifen, sondern einfach Printausgaben produzieren kann - ganz im Sinne des Open Publishing in einem multimedialen Projekt. Ein Archiv der bisher erschienen Printausgaben, sowie zahlreiche Hinweise und Tipps finden sich
hier.
Ein weiteres Feld der Betätigung, das von den UserInnen meist nicht
wahrgenommen wird, ist die technische Betreuung der Seite. Diese ist
Voraussetzung des Funktionieren und macht immer wieder Probleme. Immer
wieder treten Fehler auf, deren Behebung einiges an Zeit in Anspruch
nimmt. Dabei sei angemerkt, dass indymedia mit sogenannten
Content
Mangagement Systemen arbeitet, die von Leuten extra dafür
entwicklet wurden. Die Programme sind
frei
verfügbar und eine Voraussetzung dafür, dass Leuten, die selbst
kein derartiges System programmieren können oder wollen, auf die
bestehenden Systeme zurückgreifen können. at.indymedia.org arbeitet
derzeit mit
dadaIMC, es ist jedoch
angedacht, auf eine andere Codebase zu wechseln, da es einige Probleme gibt und für at.indymeida.org einige Dinge anders verwendet werden, als bei dada vorgesehen. Vor allem bei regelmäßigen updates führt dies immer wieder zu Problemen, da dadurch viel Arbeit anfällt. Deshalb werden derzeit verschiedene Dadenbank Systeme begutachtet und am Treffen in Wien soll eine Entscheidung über die in Zukunft verwendete Software getroffen werden.
Alles in allem gibt es viel zu tun. Wir laden Dich dazu ein, am
Treffen von 17. bis 19. März 2006 im EKH teilzunehmen. Und es sei
nochmal darauf hingewiesen, dass die Möglichkeiten zur Beteiligung
sehr vielfältig sind - und schon das Schreiben eines Beitrages, das
erstellen eines Audiobeitrages, eines Videos oder das Verfassen einer
konstruktiven Kritik Teil davon sind. Denn: indymedia ist immer das,
was wir daraus machen!
indymedia treffen
Fr, 17. bis So, 19. März 2006
EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien
Weitere Informationen zum Treffen
hier.
Vorbereitungstreffen in Wien am Di, 14. März 2006, um 19:00 im
Infomaden im EKH (
weitere Infos).